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Presseerklärung zu den Hebungsrissen
und "Hebungsbuckel" (5/2010)

Presseerklärung vom 17.6.2010
zu den Hebungsrissen an Gebäuden in der historischen Altstadt von Staufen

zu 1.
Zahl der geschädigten Privatgebäude ist um 2 auf 260 gestiegen. Die Zahl der geschädigten städtischen Gebäude blieb mit 7 unverändert.
Die Untersuchungen der beschädigten Gebäude durch das Büro für Baukonstruktion, Karlsruhe, haben ergeben, dass immer wieder kleinere, mittlere und auch größere Schäden auftreten. Über diese wird ein Bericht erstellt, wie momentan z.B. über den zu verpressenden Torbogen zum Stubenhaushof und einen Gewölbekeller in der Hauptstraße.
Inzwischen ist auch der statische Nachweis für die Brandmauer zwischen historischem Rathaus und dem Rathauscafé geführt.
Die Standhaftigkeit der geschädigten Gebäude ist nach wie vor gewährleistet, auch die des mit am stärksten geschädigten rückwärtigen Rathausgebäudes.

zu 2.
Nach Abschluss der Nachverpressung der sieben Sonden, wird zur redundanten Wasserhaltung ein 2. Brunnen als Absicherung des 1.Brunnens eingerichtet werden. Nach Klärung des genauen Standortes (wahrscheinlich Kirchstraße) müssen ein Leistungsverzeichnis erstellt und entsprechende Angebote eingeholt werden. Die Planungen werden so terminiert, dass nach Beendigung der Touristensaison ab Oktober gebohrt werden kann.
Diese Bohrung wird vertikal und verrohrt durchgeführt, das Ziehen von Bohrkernen ist nur in den aufschlussreichen Zonen erforderlich. Eine Kostenübernahme durch das Land wird beantragt. Mit Kosten in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro muss gerechnet werden.

zu 3.
Auch bei der zuletzt stattgefundenen Messrunde (Ende Mai) konnte eine Verringerung der Höhe der Hebungen festgestellt werden, und zwar um durchnittlich 14 % bei den Punkten mit der höchsten Hebungsrate (auf der Grundlage der Basismessung vom 15.9.2009).
Die Verwahrung der Sondenköpfe und des Brunnens (EKB 2) wird zur Zeit geplant.
Die Baustelle zwischen historischem Rathaus und rückwärtigem Rathausgebäude wird nach Abschluss der noch erforderlichen Tiefbauarbeiten zurückgebaut.

zu 4.
Laut Ministerratsbeschluss vom 18.5.10, der von Herrn Staatsminister Rau am 19.5. vor Ort erläutert wurde, wird dem Abschluss einer Vereinbarung über die Verlängerung der Verjährung hinsichtlich etwaiger Ansprüche gegen das Land bis zum 31.12.2013 ohne Anerkennung einer Haftung des Landes zugestimmt.
Der Ministerrat erklärte ferner die Bereitschaft des Landes, die Stadt Staufen weiterhin bei der Bewältigung der Schäden zu unterstützen. Neben den 4 Mio. Euro, die im Haushalt 2010/2011 vorgesehen sind, geht das Land davon aus, dass die Stadt Staufen im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit einen erheblichen finanziellen Eigenanteil erbringt.
Das LGRB beim RP wird gebeten, Staufen weiterhin fachlich zu beraten und zu unterstützen.
Aus diesen 4 Mio. Euro werden 1 Mio. als Soforthilfe zur Errichtung der Schlichtungsstelle bereitgestellt. Mit diesem Geld soll weiterhin dafür gesorgt werden, dass die Häuser sicher und bewohnbar bleiben. Das Staatsministerium und Herr Minister Rau stehen auf Wunsch von Herrn Ministerpräsidenten Mappus ab sofort als Ansprechpartner der Landesregierung zur Verfügung.

zu 5.
Zur Besetzung der Schlichtungsstelle sind erste Gespräche geführt worden. Die Stelle soll noch vor der Sommerpause ihre Arbeit aufnehmen. Beim städtischem Bauamt wird für die dort anzusiedelnde Geschäftsstelle der Schlichtungsstelle zusätzliches Personal mit derzeit einer 0,25-Stelle eingestellt.
Der Entwurf der Schlichtungsordnung wurde überarbeitet und soll in der Gemeinderatssitzung am 28.7.10 verabschiedet werden.

zu 6.
Für das Kuratorium der „Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt in Staufen i.Br.“ konnte inzwischen der ehemalige Ministerpräsident Dr.h.c. Erwin Teufel gewonnen werden. Er hat angeboten, uns auch mit seinem Rat zur Verfügung zu stehen. Über seine Zusage haben wir uns sehr gefreut. Weitere Persönlichkeiten werden noch kontaktiert.
Der Vorstand der Stiftung hat beschlossen, eine Firma mit einer professionellen Fundraising-Kampagne zu beauftragen. Damit sollen bundesweit Spenden für die Stiftung eingeworben werden.

Der nächste Pressetermin findet am Donnerstag, den 15.7.2010 um 15.00 Uhr
im Ratssaal des Rathauses Staufen statt.

Staufen, den 17.Juni 2010

Anlagen:
Übersicht zu den geschädigten Häusern (png)
Skizze zur Kernbohrung (pdf)
Hebungsbuckel.5/2010 (pdf)
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