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Presseerklärung zu den Hebungsrissen

Presseerklärung vom 26.01.2012
zu den Hebungsrissen an Gebäuden in der historischen Altstadt von Staufen

Zu 2:
Die zweimonatige Höhenmessung fand am 16.01.2012 statt. Die Entwicklung der Hebungsfigur von September 2009 bis Januar 2012 ist weiterhin rückläufig. Die Entwicklung der Prozessgeschwindigkeit hat sich demnach ebenfalls weiter reduziert und beträgt noch 38 %, d. h. die Geschwindigkeit hat sich bis jetzt um 62 % reduziert.

Im Bereich des Erdwärmesondenfeldes finden derzeit einige Bauarbeiten statt. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Baustelleneinrichtung zurückgebaut werden. Das gesamte Monitoring ist im neu gebauten Pumpenhäuschen untergebracht.

Bei den vorbereitenden Arbeiten wurde festgestellt, dass insbesondere im Bereich der Erdwärmesonden 2 und 6 Klaffungen in der Nähe der Schachtsohle vorhanden sind. Diese müssen schnellstmöglich kraftschlüssig mit rieselfähigem Grobsand oder Feinkies hinterfüllt werden, damit eine Fehllage der Schächte ausgeschlossen werden kann. Die Verfüllung wird durch den städtischen Bauhof erfolgen.

Die Ergebnisse des Grundwassermonitorings sind weiterhin unauffällig. Es gibt keine Anhaltspunkte für Auslaugungen oder unerwünschte Prozesse im Untergrund. Die Pumprate liegt bei 2,1 l/s bei der EKB 2 und 3,5 l/s bei der BB 3.

Zu 3:
In den vergangenen Tagen hat ein Expertenseminar zum Thema Geotechnik in Stuttgart stattgefunden. An diesem Seminar hat Herr Dr. Hintner von der Ingenieurgruppe Geotechnik teilgenommen. Hierbei wurde auch das Thema Quellhebungsdrücke im Gipskeuper diskutiert. Nach aktuellem Stand können im Gipskeuper Quellhebungsdrücke von 9.000 kN/m² entstehen. Dieser Quellhebungsdruck kann eine Überdeckung von 400 m anheben. Diese Quellhebungsdrücke wurden an frischem, quellfähigem Gestein, das noch keine Vorquellung hatte, gemessen.
Daraus lässt sich schließen, dass unsere bisherigen Ansätze richtig waren. Dies wurde auch im Dialog von Fachkollegen bestätigt. Insofern gibt es keinerlei fachliche Ansätze, an den technischen Abwehrmaßnahmen etwas zu modifizieren.

Zu 4:
Das Büro für Baukonstruktion teilt mit, dass auch im rückwärtigen Rathausgebäude weiter Bewegungen stattfinden. Diese beschränken sich jedoch hauptsächlich auf die Gebäudefuge. An der weitesten Stelle klaffen die Gebäudeteile zwischenzeitlich 23 cm auseinander. Ein Nachjustieren ist erforderlich und sollte in den nächsten ein bis zwei Wochen erfolgen.

Im historischen Rathaus sind weitere Risse zu verzeichnen. Die Tragstruktur ist nach wie vor unkritisch. Die erforderlichen Auflagertiefen sind vorhanden.

Aus Sicht des Statikbüros besteht in einem Gebäude in der Rathausgasse und in einem Gebäude in der Hauptstraße dringender Handlungsbedarf. Die Eigentümer sind informiert.  

Zu 5:
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 25.01.2012 die gemeinsam mit der IGR ausgearbeitete Schlichtungsordnung für die Regulierung der Schäden durch die Geländehebungen und –verschiebungen verabschiedet. Ein Entwurf wurde hierzu vom Schlichter aufgrund der gesammelten Erfahrungen erarbeitet und von den Vertragspartnern weiter bearbeitet.
Diese Schlichtungsordnung wird jetzt mit der Landesregierung zu besprechen sein. Hierzu wird baldmöglichst ein Gespräch im Staatsministerium stattfinden.

Bei der Schlichtungsstelle der Stadt Staufen gehen regelmäßig neue Anträge ein.
Im Jahr 2010 sind 12 Anträge eingegangen. Davon ist ein Verfahren noch nicht abgeschlossen. 2011 waren es 30 Anträge, von denen noch 12 in Bearbeitung sind. In diesem Jahr sind bisher zwei Anträge eingegangen.

Zu 6:
Der Verkauf der Benefizobjekte wird auch in 2012 fortgesetzt. Ein Schwerpunkt wird auf dem Abverkauf des Staufenkruges liegen, von dem noch rund 3.200 Stück zu haben sind. In direkter Ansprache sollen weitere Firmen als Kooperationspartner gewonnen werden.
Der Rissverschlusskalender 2012 wurde beim gregor international calendar award 2012 ausgezeichnet. Auch er ist jetzt noch günstig für 10 € zu haben.
 
Die nächste Pressekonferenz findet am Donnerstag, den 23. Februar 2012 um 15.00 Uhr im Ratssaal des Rathauses statt.

Staufen, den 26.01.2012
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