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Presseerklärung zu den Hebungsrissen

Presseerklärung vom 24.04.2012
zu den Hebungsrissen an Gebäuden in der historischen Altstadt von Staufen

1. Zahl der geschädigten Privatgebäude (262) und der geschädigten städtischen Gebäude (7) unverändert

2. Höhenmessungen des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald ergaben weiterhin rückläufige Tendenz

3. Hohe Zugriffsraten auf die Homepage des Regierungspräsidiums Freiburg, LGRB; ein neuer Untersuchungsbericht, der nach Fertigstellung ebenfalls auf der Homepage erscheint, ist in Bearbeitung

4. Kontrolluntersuchung im Bereich der Erkundungsbohrung 2 erfolgreich abgeschlossen

5. Neugestaltung des Erdwärmesondenfeldes und Sicherung der Notstromversorgung der Pumpen und des Rathauses nahezu abgeschlossen

6. Büro für Baukonstruktionen stellt keine akuten Mängel fest; anhängiges Verfahren beim Landgericht Freiburg soll über die Schlichtungsstelle gelöst werden

7. badenova sieht nach aktuellen Messungen durch regioDATA Handlungsbedarf im Bereich der Dehnungsbögen

8. Universität Straßburg plant seismologische Untersuchung in Staufen

9. Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Wir lassen Staufen nicht im Stich“



Zu 2:
Die Auswertungen der Höhenmessungen des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Vermessung & Geoinformation, von März 2012 ergaben eine weiterhin rückläufige Tendenz. Wie vermutet, ist aus den Ergebnissen eine Frostüberlagerung erkennbar. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass ein weiterer signifikanter Rückgang der Hebungskurve erst mit der Mai-Messung erwartet wird.

Zu 3:
Das Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, kann einen hohen Zugriff auf deren Homepage verzeichnen. Der Bericht über den Fall Staufen, welcher in der Aula des Faust-Gymnasiums vorgestellt wurde, wird im Durchschnitt 4.000 Mal pro Monat aufgerufen. Teilweise werden über 5.000 Zugriffe pro Monat registriert.
Der Untersuchungsbericht, der durch das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Zusammenarbeit mit der Ingenieurgruppe Geotechnik erstellt wurde, wird derzeit fortgeschrieben. In diesen Bericht werden alle Veränderungen aufgenommen, die seit dem letzten Stand eingetreten sind. Ferner wird derzeit geprüft, ob der Untersuchungsbericht vor Veröffentlichung in einem weiteren Kolloquium der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Die Planfolien im Bereich des Erdwärmesondenfeldes wurden überarbeitet und aktualisiert am Bauzaun angebracht.

Zu 4:
In der letzten Märzwoche wurde die Erkundungsbohrung 2 mittels optischem und akustischem Scan befahren. Es wurden dunkle Ablagerungen festgestellt. Diese geben jedoch keinen Hinweis auf beunruhigende Korrosions- oder Fehlstellen. Weiterhin wurde bei der Befahrung festgestellt, dass die Rohre leicht ovalisiert sind und ferner kein Handlungsbedarf für die Ertüchtigung des Brunnens besteht. Die Pumpe wurde für ca. 1,5 Tage abgestellt. Nach Anfahren der Pumpe lief der Pumpbetrieb wieder stabil.
Der Umbau der Erkundungsbohrung 2 unterflur ist derzeit in Planung. Nach Fertigstellung der Planung und Ausschreibung kann die Ausführung erfolgen. Diese ist bis zur Sommerpause vorgesehen.

Zu 5:
Im Bereich des Erdwärmesondenfeldes wurde zwischenzeitlich eine Parkfläche angelegt.
Bei den Erdwärmesonden 2 und 6 wurden Klaffungen festgestellt. Diese werden in den nächsten Tagen noch ergänzend mit Quarzsand verfüllt. Die Verfüllung des Öltanks wird derzeit durch das Stadtbauamt geklärt.
Das Notstromaggregat ist funktionsfähig. Ein Probebetrieb hat stattgefunden. Das Pumpenhäuschen muss jedoch noch um zusätzliche Zu- und Abluftöffnungen ergänzt werden. Ein Notfall-Alarmierungsplan mit den jeweiligen Zuständigkeiten ist in Bearbeitung.
Mit der Inbetriebnahme des Notstromaggregates geht auch die Notstromversorgung des Rathauses einher. Mittels fest installierter Steckdosen und Kabeltrommeln kann die Notstromversorgung des Rathauses im KG, EG und 1. OG sichergestellt werden. Die Funktionsfähigkeit des Notstromaggregats wird künftig monatlich vom städtischen Bauhof überprüft.


Zu 6:
Aus Sicht des Büros für Baukonstruktionen stehen derzeit keine größeren Maßnahmen an. Bei der nächsten Begehung werden drei Mitarbeiter des BfB die Schäden an den stärker beschädigten städtischen und Privatgebäuden begutachten.
Das BfB wird insbesondere in denkmalschutzrechtlichen Fragen zukünftig stärker als bisher die Eigentümer beraten und bei der Antragstellung behilflich sein.
Ein anhängiges Gerichtsverfahren wurde beim Landgericht Freiburg für ruhend erklärt, weil der Kläger sich davon überzeugen ließ, zunächst den Weg der Schlichtung einzuschlagen.

Zu 7:
Aus Sicht von badenova steht der Austausch von Dehnungsbögen an. Der Dehnungsbogen in der Rathausgasse weist derzeit eine Rohrbewegung von ca. 84 mm auf. Ein Austausch des Dehnungsbogens, der für max. 100 mm Rohrbewegung in Rohrachse ausgelegt ist, wird in den nächsten vier Wochen erfolgen. Der Dehnungsbogen auf dem Marktplatz im Bereich des Brunnens weist ebenfalls erhöhte Werte auf. Es ist vorgesehen, diesen Dehnungsbogen ebenfalls auszutauschen. Dies ist außerhalb der Heizperiode und in Abstimmung mit den Veranstaltungen der Stadt Staufen vorgesehen. Über die Dringlichkeit wird die nächste Messung der regioDATA entscheiden.

Zu 8:
Die Universität Straßburg möchte seismologische Testmessungen in Staufen durchführen. Diese werden in den nächsten Tagen beginnen. Die Ergebnisse werden der Stadt Staufen und dem LGRB zur Verfügung gestellt.

Zu 9:
Bei seinem Besuch im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wurde Ministerpräsident Winfried Kretschmann von Bürgermeister Michael Benitz in Titisee-Neustadt noch einmal persönlich nach Staufen eingeladen. Er zeigte sich gut informiert durch seinem Besuch im Jahr 2009 und die Ministerbesuche von Frau Silke Krebs (Staatsministerium) und Herrn Franz Untersteller (Umweltministerium). Er werde baldmöglichst persönlich nach Staufen kommen. Sein abschließendes Statement: „Wir lassen Staufen nicht im Stich“.
Das Benefizkonzert der Sparkasse Staufen-Breisach am 20. April 2012 in Heitersheim mit dem Landesjugendorchester war ein voller Erfolg. Der Erlös kommt der Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt von Staufen zugute.


Die nächste Pressekonferenz findet am Donnerstag, den 24. Mai 2012, um 15 Uhr im Ratssaal des Rathauses statt.


Staufen, den 26.04.2012
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