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Presseerklärung zu den Hebungsrissen

Presseerklärung vom 22.12.2011
zu den Hebungsrissen an Gebäuden in der historischen Altstadt von Staufen 

1.
Zahl der geschädigten Privatgebäude (262) und der geschädigten städtischen Gebäude (7) unverändert.

2.
Ergebnisse der Zwei-Monatsmessung bestätigen die rückläufige Hebungstendenz,
Horizontalverschiebungen durch Satellitenaufnahmen nachgewiesen.

3.
Rückbauarbeiten in der Kirchstraße und Rathausgasse fast abgeschlossen.
Wasserzufluss aus Weiherhofquelle zum Marktplatzbrunnen schwankt; Zusammenhang mit Pumpbetrieb nachgewiesen.

4.
Büro für Baukonstruktionen weist auf dringenden Handlungsbedarf an Gebäude in Hauptsraße hin. Wasserwerkstatt wird vorerst weiter abgestützt.

5.
Schlichtungsordnung für die Regulierung der Schäden ausgearbeitet.
Über 2 Mill. Euro Ausgaben in den Haushalt 2012 eingestellt.

6.
Stiftungsarbeit wird im neuen Jahr neu ausgerichtet.


zu 2.
Die bis 21.11. durchgeführten Messungen des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald  (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau) im Kernbereich der Hebungen bestätigen weiter die rückläufige Hebungstendenz, was aus der vorliegenden aktuellen Hebungsfigur eindeutig hervorgeht.
Die Messungen des Deformationsnetzes zur Beurteilung der Horizontalbewegungen wurden vom Vermessungsbüro Weber durchgeführt. Die Ergebnisse werden in Kürze vorliegen.
Die in vorangegangenen Messungen festgestellten oberflächennahen Senkungen wurden durch die jüngsten Messungen nicht bestätigt. Dagegen konnten an verschiedenen Katasterpunkten Horizontalverschiebungen nachgewiesen werden, die nach Auswertung von Satellitenaufnahmen durch das Institut für Technologien der Universität Karlsruhe bestätigt wurden. Diese Daten werden die entscheidende Grundlage bilden, um die Hebungs- und Verschiebungszone abzugrenzen.

zu 3.
Die Rückbauarbeiten in der Kirchstraße und in der Rathausgasse sind fast beendet.
Das Pumpenhäuschen in der Rathausgasse ist ebnso fast fertiggestellt und die Arbeiten für die Steuerwarte mit den notwendigen Installationen sind ebenfalls abgeschlossen.
In der Kirchstraße wurde bis Ende November ein Brunnenschachtwerk eingebaut und integriert, so dass die Pumpe in der BB 3 wieder in Betrieb genommen werden konnte.

In diesem Zusammenhang berichtete Herr Dr. Wirsing (LGRB) von Untersuchungen zu den beobachteten Wasserstandsschwankungen im Sammelbecken der Weiherhofquelle (ca. 180 m südöstlich der BB3), die u.a. den Marktplatzbrunnen speist. In der Vergangenheit wurde wiederholt beobachtet, dass der Marktplatzbrunnen keinen Wasserzufluss mehr aus den Quellen erhält.
Es wurde eine Reaktion des Wasserstandes der Weiherhofquelle auf das Pumpregime festgestellt. Mit dem Ausstellen der Pumpe in der BB 3 stieg der Wasserstand im Sammelbecken der Quelle kurzfristig (spontan) an, mit dem Wiedereinschalten der Pumpe fiel der Wasserstand sehr schnell ab.
Mit einem stark vereinfachten Prinzipmodell von miteinander kommunizierenden Röhren wurden die hydraulischen Zusammenhänge zwischen der Grundwasserneubildung hauptsächlich im Schwarzwald, der Weiherhofquelle und den Pumpbrunnen dargestellt. Es wurde verdeutlicht, dass der sinkende Wasserstand in den Weiherhofquellen bei Pumpbetrieb eine Druckreaktion im Gesamtsystem der kommunizierenden Röhren ist, die dazu führt, dass der Wasserstand in den Weiherhofquellen absinkt.
Außerdem wurde dargelegt,  dass Grundwasser von den Weiherhofquellen nicht direkt und oberflächennah zu den Entnahmebrunnen strömt. Dies wird u.a. durch das hohe Alter des Grundwassers belegt, das aus den Pumpbrunnen gefördert wird.

zu 4.
Das Büro für Baukonstruktionen hat in der vergangenen Woche bei einem Ortstermin in der Hauptstraße
dringend benötigte Maßnahmen zur statischen Ertüchtigung an einem Haus mit dem Eigentümer erörtert und diesem eine Frist zur Wiederherstellung der Standsicherheit gegeben.
An der ehemaligen Wasserwerkstatt hinter dem rückwärtigen Rathausgebäude werden z. Zt. Abstützungsmaßnahmen durchgeführt, dennoch wird das Gebäude im nächsten Jahr abgerissen werden müssen.
Um die Sicherheit des Gasnetzes in den Wintermonaten sicherzustellen, wird die badenova bei Dauerfrost einen wöchentlichen Begehungsrhythmus einführen.

zu 5.
Die Schlichtungsordnung für die Regulierung der Schäden durch die Gebäudehebungen und –verschiebungen im Altstadtgebiet wurde zusammen mit der IGR (Interessengemeinschaft der Rissgeschädigten) erarbeitet. Der Gemeinderat hat die Schlichtungsordnung in seiner Sitzung am 21.12 2011 beraten. Die IGR-Geschäftsführung wird sie im Januar mit ihren Mitgliedern erörtern. Sie kann dann zusammen mit dem Staatsministerium in Stuttgart besprochen und anschließend in Kraft gesetzt werden.

zu 6.
Die Stiftungsarbeit wird im Jahr 2012 neu ausgerichtet und fortgesetzt. Es soll damit gewährleistet bleiben, dass die Stiftung weiter hohe Aufmerksamkeit erzielt. Die Benefizobjekte - einschließlich des „Rissverschluss-Kalenders 2012“ - eignen sich auch sehr gut als Weihnachtsgeschenk.
Die Winterverkaufsausstellung „Künstler für Staufen“ ist noch bis einschließlich Januar 2012 in der Schalterhalle der Sparkasse zu sehen.

Die nächste Pressekonferenz findet am Donnerstag, den 26. Januar 2012 um 15.00 Uhr im Ratssaal des Rathauses statt.

Staufen, den 22.12.2011

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