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Presseerklärung zu den Hebungsrissen

Zu 1:
Die Anzahl der geschädigten Gebäude blieb in den letzten beiden Monaten unverändert. Bisher wurden 69 Schlichtungsanträge eingereicht.

Zu 2:
Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau hat nun seinen zweiten Sachstandsbericht zu den seit dem 1. März 2010 erfolgten Untersuchungen im Bereich des Erdwärmesondenfeldes beim Rathaus in der historischen Altstadt von Staufen fertig gestellt. Dieser Bericht ist die Fortsetzung des bisherigen für den Zeitraum bis zum 31. März 2012. Er ist einzusehen auf der Homepage des Regierungspräsidiums Freiburg LGRB, Schadensfall Staufen. Ein Link erfolgt auch unserer Homepage www.staufen.de.

Zu 3:
Betrug die Hebungsgeschwindigkeit im September 2009 in der Spitze bis zu 11 mm/Monat und im September 2010 noch 7 mm/Monat, so konnte im September 2012 eine Hebungsgeschwindigkeit in der Spitze geringfügig über 3 mm/Monat gemessen werden. Der Hebungskörper bleibt beständig auf gleicher Position. Auch wenn die Hebungsgeschwindigkeit weiter zurückgegangen ist, verlangsamen sich die Hebungsbeträge immer weniger. Es kann festgestellt werden, dass sich die Punkte teilweise in ihrer Lage über 30 cm verschoben haben.
Wann eine Wiederholungsmessung des sogenannten Deformationsnetzes sinnvoll erscheint, wurde im AK Hebungsrisse ausführlich erörtert. Die Experten haben empfohlen, Messungen Anfang 2014 vorzunehmen. Sollten einzelne Bereiche oder Schäden an Objekten eine vorzeitige Messung erfordern, können einzelne Strecken separat gemessen werden.
Das Monitoring verläuft sehr konstant und zeigt keine Auffälligkeiten. Aus diesem Grund müssen auch keine Auslösungsprozesse im Untergrund befürchtet werden.
Es wurde festgestellt, dass bei konstantem Wasserspiegel eine abnehmende Pumprate ausreichend war, was darauf hindeutet, dass im Untergrund keine zusätzlichen Bereiche „angezapft“ werden.

Zu 4:
Am 1. August 2012 haben erneut Temperaturmessungen in den Sonden mit Glasfaserkabeln stattgefunden. Die Kurven sind im Vergleich zur letzten Messung vom 19. Dezember 2011 nahezu unverändert.
Es stellt sich zunehmend schwierig dar, die übrigen Sonden zu befahren. Bei der letzten Messung war teilweise max. nur eine Strecke von 50 m befahrbar.
In Kürze wird eine Dichtigkeitsprobe und, falls erforderlich, ein Nachverpressen der Erdwärmesonden erfolgen.

Zu 5:
Nach Vorlage des zweiten Sachstandsberichts des LGRB ist angedacht, dass sich die Fachleute im Frühjahr des kommenden Jahres in einem weiteren Kolloquium erneut austauschen. Aufsätze für Fachzeitschriften werden von unseren Experten erstellt. Damit soll sichergestellt werden, dass auch international der Austausch erfolgt, um ggf. auf neue Entwicklungen und Erkenntnisse reagieren zu können. Derzeit sind alle möglichen Abwehrmaßnahmen ausgeschöpft.

Zu 6:
Für den Bereich Staufen gibt es zwischenzeitlich ca. 80 Aufnahmen des Radarsatelliten Terra SAR-X seit dem 17. Januar 2008. Der Betreiber wird der Stadtverwaltung ein Angebot zum Kauf der Daten unterbreiten. Allerdings muss mit hohen Kosten gerechnet werden. Diese Daten könnten in der Gesamtschau mit anderen vorliegenden Daten weitere Erkenntnisse bringen. Der AK Hebungsrisse wird darüber noch in diesem Jahr entscheiden.

Zu 7:
Aus Sicht des Büros für Baukonstruktionen stehen bei mehreren Objekten in der Innenstadt dringende Reparatur- und Sicherheitsmaßnahmen an. Diese verdeutlichen das weiterhin größer werdende Schadensbild.

Zu 8:
Am 17. September 2012 wurde im Beisein von Frau Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs die endgültige Schlichtungsordnung von der Interessengemeinschaft der Riss-Geschädigten GbR und der Stadt Staufen unterschrieben. Damit ist jetzt auch der endgültige Schadensausgleich über die Schlichtung möglich. Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Eigentümers zu entscheiden, wann die endgültige Sanierung des jeweiligen Gebäudes erfolgen soll. Es ist - insbesondere im zentralen Hebungsbereich - anzuraten, mit der endgültigen Sanierung abzuwarten, bis die Hebungen vollständig zum Stillstand gekommen sind.
Die Finanzierung des letzten Drittels des Schadensvolumens ist nach wie vor ungeklärt. Die Stadt Staufen vertraut auf die Zusage der Ministerpräsidenten bei ihren Besuchen in Staufen, dass wir trotz des selbstverständlichen Eigenbeitrags alle unsere künftigen Aufgaben in vollem Umfang weiter erfüllen können. Die Sanierung der geschädigten Liegenschaften der Stadt (Schaden derzeit rund 6 Mio. Euro) bringt uns finanziell an unsere Grenzen und wird die Finanzkraft dauerhaft stark schwächen.

Die nächste Pressekonferenz findet am Donnerstag, den 18. Oktober 2012, um 15 Uhr im Ratssaal des Rathauses statt.

Staufen, den 27. September 2012
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