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Presseerklärung zu den Hebungsrissen

Zu 2:
Die Auswertung der Messungen von November 2012 zeigen eine weiterhin leicht rückläufige Hebungstendenz. Wie auch in den Vormonaten verlangsamt sich der Prozess weiter. Derzeit werden in der Spitze noch gute 3 mm pro Monat erreicht.
Das Grundwassermonitoring weist einen konstanten Pumpbetrieb mit leicht abfallenden Wasserständen aus. Derzeit werden in der Brunnenbohrung 3 2,6 l / sec. und in der Erkundungsbohrung 2 1,9 l / sec. gepumpt.
Anfang 2013 werden die vorhandenen Erdwärmeschläuche auf ihre Dichtheit hin geprüft. Sollte sich hierbei herausstellen, dass durch Längung der Zementsteinkörper feine Haarrisse entstanden sind, werden die Fehlstellen mit Zementsuspension nachverpresst.
Nach vorliegenden Erkenntnissen wird durch den zunehmenden Hebungsdruck die Befahrung der Erdwärmesondenschläuche schwieriger. In einzelne Sondenschläuche wurden Glasfaserkabel eingelegt. Hier sind die Messungen noch unbeeinträchtigt.

Obwohl die Hebungstendenz mit verlangsamter Geschwindigkeit weiterhin rückläufig ist, finden erhebliche Bewegungen in den Gebäuden statt. So hat sich im historischen Rathaus das Glas einer großen Vitrine aus der Fassung gelöst. Ferner teilt das Büro für Baukonstruktionen mit, dass die Schäden meist durch ruckartige Entladung der Spannungen entstehen. Insbesondere die Anschlüsse von Dächern, klemmende Türen und Fenster sowie unebene Bodenbeläge sind in den vergangenen Tagen oft Gegenstand eines Schlichtungsverfahrens. Die angeordneten Maßnahmen des Büros für Baukonstruktionen in der Hauptstraße sind teilweise noch offen und umgehend auszuführen.

Zu 3:
Die ehemalige Wasserwerkstatt hinter dem technischen Rathaus muss mit zusätzlichen Stützmaßnahmen versehen oder rückgebaut werden. Da das Gebäude seit geraumer Zeit nicht mehr genutzt wird, ist die Entscheidung für den Rückbau gefallen. Von der angrenzenden Mauer sind drei Eigentümer betroffen. Vor Abbruch des Gebäudes ist eine einvernehmliche Lösung mit allen Betroffenen herzustellen. Die Abbruchmaßnahmen sind für die erste Jahreshälfte 2013 vorgesehen.

Zu 4:
Mittlerweile liegt ein Angebot von Astrium Services für Satellitenaufnahmen im Jahr 2013 vor. Die Kosten für alle Aufnahmen betragen ca. 5.700 Euro. Darin enthalten ist die Sicherung der Aufnahmen. Alle bisher gesammelten Daten werden ebenfalls archiviert und können bei Bedarf von der Stadt Staufen zur Auswertung herangezogen werden. Auf eine sofortige Auswertung wird aufgrund der sehr hohen Kosten vorläufig verzichtet.

Zu 5:
Ab 2013 trifft sich der Arbeitskreis Hebungsrisse im zweimonatigen Rhythmus. Somit werden die Pressekonferenzen ebenfalls nur noch alle zwei Monate stattfinden. Vorgesehen sind die Monate Februar, April, Juni… In den ungeraden Monaten finden die Höhenmessungen des LRA Breisgau-Hochschwarzwald statt, so dass die Ergebnisse zu den Sitzungen des Arbeitskreises vorliegen werden. Im Januar 2013 findet wegen der Frostüberprägung keine Messung statt.


Zu 6:
Für das Ende des 2. Quartals ist eine weitere große Informationsveranstaltung in Staufen vorgesehen. Hier soll ergänzend zur ersten Informationsveranstaltung, welche im Februar 2010 stattfand, über weitere Erkenntnisse, die auch im zweiten Sachstandsbericht bereits auf der Homepage des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) veröffentlicht wurden, die Bevölkerung informiert und insbesondere die Fachexperten erneut abgefragt werden. Das LGRB wird rechtzeitig auf die Veranstaltung hinweisen und einen großen Expertenkreis hierzu einladen.

Zu 7:
Die Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt Staufen hat sich auch in diesem Jahr stark engagiert. Insgesamt wurden bisher rund 730 Tsd. Euro eingenommen. Der Reinerlös würde bei komplettem Verkauf des Lagerbestandes bei rund 400 Tsd. Euro liegen. Die Solidarität mit unserer Altstadt lässt inzwischen zu wünschen übrig. Benefizobjekte können nur noch mit einem sehr großen Aufwand abgesetzt werden. Dennoch wird die Arbeit auch 2013 fortgesetzt, um insbesondere gegen das Vergessen anzukämpfen. Schwerpunkt wird der Abverkauf der Staufenkrüge sein, von denen noch rund 3.000 Stück auf Lager sind.

Vor diesem Hintergrund freuen wir uns um so mehr über Einzelinitiativen unserer Bürgerinnen und Bürgern sowie Gruppierungen, die sich mit guten Ideen in die Stiftungsarbeit einbringen und so mithelfen, dass Staufen nicht zerbricht.

Zu 8:
Im Jahr 2013 fallen die Entscheidungen, wie Staufen an der Finanzierung der Gesamtschäden beteiligt werden kann. Hierbei vertraut unsere Stadt auf die bisherigen Zusagen der Landesregierungen, dass wir auch künftig in der Lage sein müssen, alle Aufgaben in vollem Umfang zu erfüllen.
Die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger haben sich in den über 5 Jahren der Hebungsrissekrise hervorragend engagiert und sich dabei immer als verlässlicher Partner des Landes gezeigt.
Alle künftigen Entscheidungen in der Stadt werden davon abhängen, wie groß die zu tragende Last sein wird und ob die bisherige, erfolgreiche Arbeit in Sachen Hebungskrise fortgesetzt werden kann. Die finanzielle Handlungsfähigkeit und die kommunale Selbstverwaltung müssen dabei gewährleistet bleiben.

Die nächste Pressekonferenz findet am Donnerstag, den 21. Februar 2013, um 15 Uhr im Ratssaal des Rathauses statt.

Staufen, den 20. Dezember 2012
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