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Presseerklärung zu den Hebungsrissen

Zu 2:
Im April 2013 fanden – erstmals in diesem Jahr – die Höhenmessungen des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald statt. Es wurde eine weiterhin leichte, kontinuierliche Abnahme der Hebungsgeschwindigkeit festgestellt; der Rückgang ist jedoch deutlich langsamer als in den ersten beiden Jahren nach Abschluss der Abwehrmaßnahmen.
Der Hebungsbuckel ist weiterhin ortsfest mit leichten Variationen am Außenrand, die 3 mm- und 2 mm-Linien begrenzen nun eine kleinere Fläche.
Aufgrund der sich ständig verringernden Hebungsbeträge sowie mit Blick auf den Aufwand und die Kosten der Hebungsmessungen, wird die nächste Messung in diesem Jahr erst wieder im Juli sowie eine weitere Mitte/Ende Oktober 2013 erfolgen.
Für das Jahr 2014 sind die Messungen im März, Juli und Ende Oktober vorgesehen.

Zu 3:
In den Erdwärmesonden 1, 3 und 6 wurden Temperaturprofilmessungen mittels in den Sonden vorhandenen Glasfaserkabeln durchgeführt.
Nach Auswertung der Aufzeichnungen ist kein neuer Energieeintrag/Wasserzutritt zu verzeichnen, so dass davon auszugehen ist, dass keine zusätzliche Umwandlung von Anhydrit in Gips stattfindet.

Zu 4:
In Zusammenhang mit dem Rückbau der EKB 2 wurden Druckprüfungen in den Erdwärmesonden 1-7 durchgeführt. Hierbei wurden alle Schläuche durch Beaufschlagung mit Wasser getestet und nacheinander einem Druck von 3, 6 und 9 bar ausgesetzt. Nach Abschluss der Arbeiten steht fest, dass die Ringraumverfül-lung aus technischer Sicht dicht, von neuen Wasserwegigkeiten nicht auszugehen und eine Nachsorge durch Nachverpressen derzeit nicht erforderlich ist. Eine erneute Überprüfung in 3 – 4 Jahren erscheint sinnvoll.

Zu 5:
Im Bereich der Rathausgasse – zwischen den beiden Rathausgebäuden – wurden Baumaßnahmen zum Umbau der Erkundungsbohrung 2 (EKB 2) unterflur durchgeführt und abgeschlossen. Hierbei musste die Pumpe zeitweilig ausgeschaltet werden.
Das Grundwassermonitoring weist nach, dass nach Wiederinbetriebnahme beider Brunnen erneut stabile Pumpverhältnisse geschaffen werden konnten. Sowohl die Temperatur als auch die Leitfähigkeit sind konstant. Die Pumpraten betragen derzeit bei der BB 3 ca. 2,6 l/sec., bei der EKB 2 werden ca. 1,9 l/sec. gefördert.

Zu 6:
An vielen Gebäuden sind vermehrt Reparaturmaßnahmen erforderlich. Dies liegt nach Aussage des Büros für Baukonstruktionen insbesondere daran, dass mögliche Bewegungsspielräume der Häuser mittlerweile weitestgehend ausgeschöpft sind. In mehreren Geschäften in der Hauptstraße waren bzw. sind daher aus verkehrssicherungstechnischen Gründen Maßnahmen u.a. im Bereich der Decken und Böden erforderlich.

Im historischen Rathaus sind an der Trennwand zum Rathauscafé Auflagerpolster erforderlich, um weiter vernünftige Auflagertiefen sicherzustellen.
Auf der rückwärtigen Seite des Rathauscafés sowie im Eingangsbereich einer Apotheke sind Nadelarbeiten (Nadelanker) notwendig, um die Standsicherheit zu gewährleisten. Diese müssen zeitnah eingebaut werden.

Zu 7:
Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau beim Regierungspräsidium Freiburg hat einen Bericht zum Thema Erkundung und Sanierungsstrategien in Erdwärmesonden erarbeitet, dieser wird in einer der nächsten Ausgaben der Fachzeitschrift „Geotechnik“ in Deutsch und Englisch veröffentlicht. Er soll insbesondere Fachexperten weltweit informieren und Interesse an der Informationsveranstaltung, die am 12.07.2013 in der Aula des Faust-Gymnasiums stattfinden wird, wecken.

Zu 8:
Zum Finanzierungsanteil der Stadt Staufen gibt es weiterhin keine endgültige Klarheit.
Am 2. Mai findet eine Besprechung zwischen den kommunalen Spitzenverbänden, den zuständigen Ministerien, dem Regierungspräsidium, dem Landratsamt und der Stadt Staufen statt. Die Ministerien und die kommunalen Spitzenverbände werden dabei über den aktuellen Stand der Rissekatastrophe informiert.
Die Stadt Staufen wird sich dafür einsetzen, dass der Eigenfinanzierungsanteil der Stadt die finanzielle Handlungsfähigkeit nicht weiter einschränkt. Bisher hat Staufen schon rd. 2,7 Mio. Euro einschließlich innerer Verrechnungen aufgewendet und musste sich deshalb Ende 2011 mit 1,2 Mio. Euro neu verschulden.

Die nächste Pressekonferenz findet am Donnerstag, den 27. Juni 2013, um 15 Uhr im Ratssaal des Rathauses statt.

Staufen, den 25. April 2013
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