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Presseerklärung zu den Hebungsrissen

Presseerklärung vom 25.04.2014
zu den Hebungsrissen an Gebäuden in der historischen Altstadt von Staufen



Zu 1:
Die Schäden an den einzelnen Gebäuden nehmen aufgrund der weiterhin andauernden Hebungen und auch seitlichen Verschiebungen zu. Die Anzahl der geschädigten Gebäude ist weiterhin unverändert.


Zu 2:
Das Grundwassermonitoring bestätigt einen ruhigen, stationären Pumpbetrieb. Aufgrund der Stabilität der Leitfähigkeit ist davon auszugehen, dass keine durch den Pumpbetrieb induzierten zusätzlichen Auslaugungsprozesse im Untergrund stattfinden.
Die Pumpraten beider Brunnen liegen derzeit zusammen bei 3,5 l/s.


Zu 3:
Die Höhenmessungen des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald fanden im März statt.
Die maximale Hebungsrate lag bei 2,9 mm/Monat, wie bereits bei der vorangegangenen Messung, welche im Oktober 2013 durchgeführt wurde.

Vergleicht man den Hebungsbuckel Oktober 2013 mit dem nun vorliegenden, aktuellen Hebungsbuckel sind nahezu keine Veränderungen zu erkennen, demnach wurde nach einer längeren Zeit der Abnahme der Hebungsbeträge nun leider erstmals eine Stagnation festgestellt.

Eine Wiederholungsmessung für das Deformationsnetz zur Beurteilung der seitlichen Verschiebungen hat stattgefunden. Die Ergebnisse werden in der nächsten Arbeitskreissitzung vorgestellt.


Zu 4:
Aufgrund der anhaltenden Hebungen muss davon ausgegangen werden, dass weiterhin ein zwar geringer, jedoch ständiger Wasserzutritt in den quellfähigen Gebirgsabschnitt erfolgt, der von den bisher eingeleiteten Abwehrmaßnahmen nicht vollständig erfasst wird.

Nach den vorliegenden Unterlagen wurde beim Bau der 7 Erdwärmesonden im Jahr 2007 die EWS 2 bis zu einer Tiefe von ca. 140 m gebohrt. Der Einbau der Erdwärmesondenschläuche erfolgte jedoch nur bis zu einer Tiefe von ca. 100 m, da das Bohrloch im darunter liegenden Abschnitt verstürzt war. Dieser Bereich war deshalb auch nicht durch die nachträglichen Abdichtungsmaßnahmen zugänglich, die 2009/2010 aus den Erdwärmesondenschläuchen heraus erfolgten.

Es wird davon ausgegangen, dass über diesen unteren Bohrungsabschnitt noch geringe Grundwassermengen in den quellfähigen Gebirgsabschnitt übertreten können. Diesen Zutritt gilt es durch eine zusätzliche Absenkung des Grundwasserspiegels im Bereich der EWS 2 zu unterbinden.

Die Möglichkeit einer verträglichen Erhöhung der Förderraten aus den beiden vorhandenen Brunnen wurde geprüft. Sie würde jedoch nicht zum erforderlichen Absenkziel führen, das nur durch eine Grundwasserentnahme über eine weitere Brunnenbohrung (BB4) erreicht werden kann.

Um im Zusammenspiel mit den beiden vorhandenen Brunnen ein optimales Absenkergebnis zu erzielen, wird der Bohransatzpunkt nach Auswertung aller relevanten Parameter festgelegt. Er wird in der Nähe des Erdwärmesondenfeldes und zwischen den beiden Brunnen liegen.

Mit den Arbeiten wird nach Planung, Ausschreibung und Vergabe sowie Vorliegen aller erforderlichen Genehmigungen noch vor der Sommerpause begonnen.


Zu 5:
Nach Aussage des Büros für Baukonstruktionen sind weiterhin zahlreiche Schäden an öffentlichen und privaten Gebäuden zu beseitigen, um insbesondere die Verkehrssicherheit und Bewohnbarkeit der Objekte zu gewährleisten.

Neben Fassadenputzarbeiten beim Polizeigebäude waren in den vergangenen Tagen Verpress- und Bodenbelagsarbeiten an Geschäfts- und Privatgebäuden notwendig.


Zu 6:
Am 20. März 2014 wurde in Staufen in Anwesenheit von Herrn Ministerpräsident Winfried Kretschmann eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg, den Kommunalen Landesverbänden und der Stadt Staufen unterzeichnet. Auf die Presseerklärung vom gleichen Tag wird verwiesen.

Zu 7:
Die nächste Presseerklärung erscheint nach der Sitzung des Arbeitskreises Hebungsrisse, welcher am 25.06.2014 erneut tagt.

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