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Presseerklärung zu den Hebungsrissen

Presseerklärung vom 24.11.2011
zu den Hebungsrissen an Gebäuden in der historischen Altstadt von Staufen 

 1.
Zahl der geschädigten Privatgebäude (262) und der geschädigten städtischen Gebäude (7) unverändert.

2.
2-Monatsmessung im November noch nicht abgeschlossen; erste Ergebnisse bestätigen die rückläufige Hebungstendenz,
2. Messung des Deformationsnetzes beauftragt.

3.
Rückbauarbeiten in der Kirchstraße und Rathausgasse kurz vor dem Abschluss.

4.
Das Büro für Baukonstruktionen weist auf Handlungsbedarf in verschiedenen Gebäuden hin.

5. 
Fachkolloquium in Aachen beschäftigt sich mit den Quellhebungen in
 Staufen und den Abwehrmaßnahmen

6.
Stadt hat inzwischen über 1,5 Mio €  aus eigenen Mitteln in den Jahren 2008-2011 für die Hebungsrissekrise aufwenden müssen.

 

zu 2.
Die Hebungsmessung im November des Fachsbereichs Vermessung des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald, die nach der Septembermessung jetzt wieder fällig ist, wird erst Ende nächster Woche abgeschlossen sein. Die ersten Messungen im Kernbereich der Hebungen bestätigen die bisherigen Feststellungen einer rückläufigen Hebungstendenz.
Die 2. Messung des Deformationsnetzes zur Beurteilung der Horizontalbewegungen wird zur Zeit vom Vermessungsbüro Weber, nach Ablauf eines halben Jahres, durchgeführt. Ergebnisse werden bis zur Dezembersitzung des Arbeitskreises vorliegen. Diese Ergebnisse dienen als wichtige Grundlage für die Beurteilung der Risseschäden an den betroffenen Gebäuden.

Die neuerlichen Messungen im Randbereich mit Setzungen, deuten darauf hin, dass es sich nur um eine oberflächennahe Senkung handelt, da keine weiteren Senkungen bisher festgestellt werden konnten.

zu 3.
Die Rückbauarbeiten in der Kirchstraße und in der Rathausgasse sind  sehr gut vorangekommen und stehen kurz vor dem Abschluss. In der Kirchstraße wurde ein Brunnenschachtwerk eingebaut, welches jetzt noch anzuschließen ist. Bis Ende des Monats sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein, sodass die Pumpe in der EKB 3 wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Pumpe war damit rund 2 Wochen außer Betrieb. Die neue Druckleitung wurde eingebaut. Das Pumpenhäuschen mit Fundamentplatte ist errichtet und die Arbeiten für die Steuerwarte mit den notwendigen Installationen beginnen durch die beauftrage Firma in der kommenden Woche. In die EKB 3 wird eine neue Pumpe mit Steigleitung eingebaut.

zu 4.
Das Büro für Baukonstruktionen hat für einige Gebäude wieder Maßnahmen definiert, die in den nächsten Wochen dringend umgesetzt werden müssen. Es handelt sich um Dachanschlussarbeiten, um Verpressungen in einem Keller, um die Sicherung einer Trennwand und um die Abstützung im Schaufensterbereich eines Geschäftes. Der ständige Handlungsbedarf macht deutlich, dass die andauernden Hebungen auch ständige Reparaturarbeiten erfordern, um die
Sicherheit aller Gebäude gewährleisten zu können. Im rückwärtigen Rathausgebäude sind inzwischen weitere Abspreizungen erfolgt. Im ehemaligen Wasserwerkschuppen sind weitere Abstützungsmaßnahmen nötig, ohne diese müsste das Gebäude abgerissen werden. Sobald hier eine Klärung mit den angrenzenden Eigentümern über die weitere Vorgehensweise
erfolgt ist, kann eine größere Überplanung dieses Innenstadtbereiches erfolgen.

Um die Sicherheit des Gasnetzes in den Wintermonaten sicherzustellen, wird die badenova bei Dauerfrost den Begehungsrhythmus von 14tägig auf wöchentlich umstellen.

zu 5.
Die Herren Dr. Ruch und Dr. Wirsing, vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, wurden zu einem Fachkolloquium  bei Prof. Dr. Wittke (Beratende Ingenieure für Grundbau und Felsbau GmbH) eingeladen. Prof. Wittke ist ein international anerkannter Fachmann für Geologie, der vor rund einem Jahr den kompletten Untersuchungsbericht mit den eingeleiteten Maßnahmen zur Verfügung gestellt bekommen hat. In einem Fachforum trugen  die Herren Dr. Ruch und Dr. Wirsing den aktuellen Stand in Staufen vor und er-
läuterten die eingeleiteten Maßnahmen. Die Rückmeldungen aus dem Kolloquium machten deutlich, dass die durchgeführten Maßnahmen als richtig und sinnvoll erachtet wurden. Es wurde keinerlei Kritik im Zusammenhang mit der Bewältigung der Hebungs- und Rissekrise geäußert. Der fachliche Austausch wird fortgesetzt.

zu 6.
Die Ausgaben für die Hebungs -u.Rissekrise liegen derzeit bei rd. 5,6 Mio €. Mit den personellen Aufwendungen der Stadt sind damit fast 6 Mio € erreicht. Der bisherige Eigenanteil der Stadt liegt bei über 1,5 Mio € und mit den sogenannten Inneren Verrechnungen für eigene Leistungen bei rd. 2 Mio €. Noch im November 2011 muss die Stadt einen Kredit in Höhe von 1,2 Mio € aufnehmen. Seit Anfang 2008 war Staufen im kameralen Haushalt schuldenfrei. Ohne Hebungs– u. Rissekatastrophe hätten die großen Investitionen für den Kinderkrippenneubau (1,7 Mio €) und die Generalsanierung der Thaddäus-Rinderle-Schule (2,6 Mio €) ohne Verschuldung finanziert werden können.

Die Stadt ist mit ihrem finanziellen Engagement für die Rissekrise damit an der Grenze ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit.

Die nächste Pressekonferenz findet am Donnerstag, den 22. Dezember 2011 um 15.00 Uhr im Ratssaal des Rathauses statt.

Staufen, den 24. 11.2011

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