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Presseerklärung zu den Hebungsrissen

Zu 1:
Die Brunnenbohrung 4 ist bei 175 unter Bohransatz angekommen. Der untere Gipsspiegel wurde bei 137 m unter Gelände angetroffen. Bis ca. 170 m war das Bohrloch trocken, es waren keine Spülverluste zu verzeichnen, d. h. jedoch auch keine hydraulischen Anschlüsse an das Gebirge. Nach anfänglichem Pumpbetreib, in erreichter End-Tiefe von 175 m, wurden verlehmte Klüfte im „mo“ (Stuttgart-Formation) freigespült bei hoher Ergiebigkeit. Die bisherigen Entnahmeraten lagen bei der Brunnenbohrung 3 (BB3) bei 1,62 l/s sowie bei der Erkundungsbohrung 2 (EKB2)bei 1,42 l/s.

In der Zeit vom 02.04. bis 13.04. fand ein Pumpversuch statt, der Druckspiegel in der BB4 lag bei 10 m unter Bohransatz. Ferner wurde festgestellt, dass die Absenktrichter sowohl bei der EKB2 als auch bei der BB3 extrem steil sind. Bei dem Pumpversuch konnte eine hydraulische Reaktion in der EKB2 und der BB3 nachgewiesen werden. Die Leitfähigkeit des geförderten Wassers deutet darauf hin, dass das Wasser aus dem Muschelkalk stammt. Durch Setzen einer Plombe sollen mögliche Zutritte aus höher gelagerten Schichten mit Hilfe eines Flow-Testes untersucht werden. Sobald alle Ergebnisse aus den Tests vorliegen, kann eine Aussage zum abschließenden Brunnenausbau erfolgen. 

Die BB4 ist im Vergleich zu den vorangegangenen Bohrungen technisch sehr anspruchsvoll, daher wird sich der Fertigstellungstermin, der für Ende April vorgesehen war, um ca. zwei Monate auf Ende Juni verschieben.


Zu 2:
Nach aktuellen Messungen des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald und Auswertung der Ergebnisse zeigt die Hebungsfigur Stand 23.03.2015 einen kleinen Rückgang der Hebungsbeträge. An zwei Messpunkten im Umfeld des Sondenfeldes wurden noch 2,5 mm Hebung gemessen. Alle anderen Punkte liegen darunter.

Am 23.04.2015 fand die vorerst letzte Beweismessung des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald zur BB4 im engeren Umfeld der Bohrungen statt. Weitere turnusmäßige Höhenmessungen im gesamten Hebungsgebiet sind für KW 27/28 und KW 42 vorgesehen.


Zu 3:
Die Anzahl der geschädigten Gebäude ist weiterhin unverändert. Aufgrund der andauernden Hebungen nehmen die Schäden an den einzelnen Gebäuden vor allem im Zentrumsbereich weiter zu.
In der Lilienhofschule muss gelöster Putz gesichert werden. Ferner sind im Rathauscafé während der Zeit des Pächterwechsels umfangreiche Sanierungsarbeiten auszuführen. Insbesondere konnten durch die Entfernung von Einbauten grundlegende statische Untersuchungen durchgeführt werden. Mit einer Wiederinbetriebnahme ist zum Sommer zu rechnen.
Bei den Privatgebäuden stehen regelmäßige Reparaturarbeiten an klemmenden Fenstern und Bodenbelägen an. Insgesamt sind bei der Schlichtungsstelle bisher 276 Schlichtungsanträge eingegangen, davon 117 im vereinfachten Verfahren.


Zu 4:
Der Termin zur Abstimmung der Überprüfungszyklen des Gasnetzes zwischen der bnNetze und der Stadt Staufen ist erfolgt. Darin wurde u. a. festgelegt, dass ein unabhängiger Sachverständiger untersuchen soll, ob eine Verlängerung der Zyklen möglich ist.
Die weitere Vorgehensweise erfolgt in enger Abstimmung mit der bnNetze.


Zu 5:
Eines der beiden anhängigen Gerichtsverfahren wurde durch den geschädigten Eigentümer zwischenzeitlich für ruhend erklärt. Es wurde ein Schlichtungsantrag eingereicht.
Das Land Baden-Württemberg wird zusammen mit der Stadt Staufen die an den Erdwärmebohrungen beteiligten Planer und ausführenden Firmen zu einem gemeinsamen Gespräch bitten, mit dem Ziel, auch hier eine außergerichtliche Einigung zu erreichen.


Zu 6:
Die nächste Presseerklärung erscheint nach der Sitzung des Arbeitskreises Hebungsrisse, der am Mittwoch, den 10. Juni  2015, das nächste Mal tagt.
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