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Presserklärung zu den Hebungsrissen

Zu 1:
Die Ergebnisse der Frühjahrshöhenmessung im März zeigen keinen Messpunkt mehr, an dem die Hebung über 2 mm/Monat liegt. Die maximale Hebung beträgt 1,89 mm. Der weitere Rückgang der Hebungsgeschwindigkeit ist klar erkennbar.

Zu 2:
Im März erfolgte nach 2011 und 2014 eine erneute Nachmessung des Deformations-netzes bezüglich der Horizontalverschiebung. Es ergaben sich keine Auffälligkeiten.
Wie bei der letzten Messung 2014 gab es an den Außenvektoren keine Veränderung, die Lageverschiebung des Hebungsgebietes (Innenvektoren) hat sich verlangsamt. Die Horizontalverschiebung gemessen in Relation zum Nullpunkt beträgt in nordwestlicher Richtung mittlerweile bis 43 cm, in Süd-östlicher Richtung 3 bis 13 cm. Die Verschiebung ist nicht linear auf die Strecke verteilt, die resultierenden Stauchungen führen wiederum zu Hebungen auch außerhalb des eigentlichen noch aktiven Kerngebietes des Hebungs-bereichs. Viele der Gebäudeschäden sind auf die Horizontalverschiebung und die daraus entstehenden Grundrissverzerrungen zurückzuführen, was wiederum Auswirkungen auf die Art und Weise der Gebäudesanierung haben wird.

Zu 3:
Die faseroptischen Temperaturmessungen in den Sonden zeigen, dass die Tempera-turmaxima im Untergrund leicht zurückgehen und sich nach oben bzw. nach unten ver-lagern. Bei der exothermen Reaktion des Anhydrit im Untergrund entsteht Wärme, der Wärmeabfluss ist jedoch durch die umgebenden Gesteinsschichten nur sehr gering. Die Temperaturgrafik verdeutlicht, dass augenscheinlich kein neues Wasser zutritt, da sonst die Abweichungen der Messergebnisse größer wären. Aktuell sind die Temperaturmessungen unauffällig. Mit der Temperaturmessung fand auch eine Ringraumprüfung der Erdwärmesonden 1 bis 7 im oberen Bereich statt. Während bei der letzten Ringraumprüfung noch Kies nachge-füllt werden musste, war bei der erneuten Prüfung im März keine weitere Absenkung er-kennbar, es gibt keine Anzeichen für Hohlraumbildung.

Zu 4:
Der Pumpbetrieb läuft weiterhin unauffällig und störungsfrei, die Förderrate liegt unver-ändert bei ca. 3,25 l/s, die Absenkung ist konstant. Auch die Temperatur- und Leitfähigkeitsmessung ergeben konstante Werte. Die zusätzlichen Leitfähigkeitsmessungen, die durch das Landesamt für Geologie, Roh-stoffe und Bergbau am Pumpenwasser durchgeführt werden, zeigen keine Tendenz zu höherer Leitfähigkeit, das heißt, es löst sich kein Sulfatgestein im Untergrund, und es bilden sich keine Hohlräume.

Zu 5:
Durch die Statiker des Büros für Baukonstruktionen werden weiterhin Wand- und Decken-risse in den betroffenen Gebäuden im Hebungsgebiet feststellt, ebenso Risse im Putz und im Sockelbereich. Die regelmäßigen Kontrollen des öffentlichen Erdgasnetzes blieben ohne Beanstandung. Der zweite Bauabschnitt zur Sanierung des Rathauses ist fast abgeschlossen.

Zu 6:
Der TÜV Süd, der mit der Beurteilung der Sicherheit der Gasinneninstallationen in den Gebäuden im Hebungsgebiet beauftragt ist, hat mit einer Stellungnahme Kriterien für die Maßnahmen im Hebungsgebiet sowie einen Fragebogen vorgelegt. Dieser Fragebogen soll der Selbsteinschätzung durch die Gebäudeeigentümer dienen. Nach sorgfältiger Auswertung der Fragebögen durch den TÜV erfolgt eine Inaugenscheinnahme der mög-licherweise risikobehafteten Anlagen sowie eine Ableitung von individuellen Maßnahmen.

Zu 7:
Die Verlosung zugunsten der Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt von Staufen ist abgeschlossen und alle Gewinne sind verteilt. Der Hauptpreis, ein Mercedes A-180, ging an einen Gastwirt aus der Region. Nach Abzug der Aufwendungen einschließlich Lotteriesteuer verbleibt ein Ertrag von rund 88.650 €.

Zu 8:
Die nächste Pressemitteilung erscheint nach der Sitzung des Arbeitskreises Hebungsrisse, der am Mittwoch, den 21. Juni 2017, das nächste Mal tagt.
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