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Hebungsrisse: Runder Tisch

HEBUNGSRISSE RUNDER TISCH MIT DR. KOLLNIG
(19.5.2009 im Stubenhaus Staufen)

 

 

Fragen/Antworten

1

Herr Dr. Kollnig begrüßt die Anwesenden und weist auf weitere Termine hin.

Der nächste Termin für den „Runden Tisch“ findet am 16. Juli 2oo9 um

2o.oo Uhr, im Stubenhaus statt (nicht 19.oo Uhr, wie ursprünglich vorgesehen).

2

Weiter informiert Herr Dr. Kollnig die Geschädigten, dass die jeweils neuesten Informationen, ebenso das Protokoll der heutigen Veranstaltung über die Homepage der Stadt Staufen allen Geschädigten zur Verfügung stehen.

3

Herr Dr. Ruch berichtet über den aktuellen Stand der Erkundungsbohrung (EKB).

Die 14-täglichen Beweissicherungsmessungen ergeben einen weiterhin linearen Hebungsverlauf.

Herr Dr. Ruch erläutert anhand der Bohrkernfotos die bislang angetroffene Schichtenfolge in EKB 2 bis zur Aufschlusstiefe von ca. 5o m unter Gelände.

Er berichtet weiter über die durchgeführten Messungen und Versuche, sowie der Notwendigkeit für das Setzen zweier Sperrohre zur Abdichtung der Bohrung.

Er weist darauf hin, dass die Bohrung mit höchster Sorgfalt ausgeführt wird, nicht zuletzt um weiteres Zuströmen von Wasser in den quellfähigen Untergrund zu vermeiden.

 

Fragen der Geschädigten   

4

Ergibt sich eine Lösung für das Abstellen des Quellens, wenn der Wasserspiegel unter dem aufquellenden Anhydrit beeinflusst werden kann?

· Die Erdwärmesonden (EWS) müssen von dem Wasserdruck entlastet werden. Es wird derzeit an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet.

5

Wieso wurde der Standort der EKB 2 so nahe an Häuserfronten gewählt?

· Es stellte sich heraus, dass vom Standort der EKB 1 keine Rückschlüsse auf den Untergrund im Erdwärmesondenfeld gezogen werden konnten, eine hydraulische Beeinflussung war ebenso nicht möglich. Deshalb bedurfte es einer neuen EKB.

Die Wahl des neuen Standorts war aufgrund der Geometrie schwierig, auch musste ein Standort gewählt werden, bei dem die Indikatorensonden durch die Bohrung nicht verletzt werden.

Die Fachleute haben sich bemüht, auf dem engen, zur Verfügung stehenden Raum, den optimalen Standort zu finden.

6

Es wird auf einen Geothermieleitfaden von Herrn Sass hingewiesen, und angefragt warum keine Erkundungsbohrung vor dem Abteufen der Erdwärmesonden veranlasst wurde?

· Es ist nicht üblich Erkundungsbohrungen vor dem Abteufen von Erdwärmesonden auszuführen.

Man ging davon aus, dass zertifizierte Bohrunternehmen auch mit schwierigen Situationen umgehen können.

Es war weiter bisher nicht bekannt, dass durch so kleine Bohrlochdurchmesser, wie sie bei EWS üblich sind, derartige Wasserläufigkeiten entstehen können.

Bis die Situation in Staufen geklärt ist, ist die Grenze für EWS Bohrungen der Gipsspiegel.

Ferner wurde die Bohrung in Staufen –wie auch alle weiteren Bohrungen im Lande- für die Erteilung der Genehmigung, einzelfallgeprüft.

7

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit der Beweis der Schuldfrage erbracht ist?

· Wenn bei einer Druckentlastung der EWS anhand der Temperaturprofile Änderungen in den Sonden nachgewiesen werden können, gehen wir von einer Ringraumleckage der entsprechenden Sonden aus.

Schon vor Feststellung, ob und ggf. welche Sonde (n) undicht sind, gilt es ein Konzept zur möglichen Abdichtung zu erarbeiten.

8

Wie hoch ist die Chance den Quellprozess zum Stoppen zu bringen?

· Der Fall Staufen ist einzigartig in Deutschland, einen ähnlich gelagerten Fall gab es bisher noch nicht.

Ziel ist es den Wasserzutritt in quellfähige Schichten zu unterbinden. Wie schnell das System darauf reagiert und die Quellungen und dadurch bedingt die Hebungen, zurückgehen, kann nicht prognostiziert werden.

9

Birgt das Abpumpen des Wassers Gefahren?

· Es ist wichtig, mit kleinen Raten zu beginnen und den Prozess aktiv zu beobachten.

1o

Wie lange wird es noch dauern, bis die Bohrung eine Tiefe von 14o m erreicht?

· Der Bohrfortschritt ist abhängig von der Stabilität des Gebirges. Es muss abhängig von der angetroffenen Struktur entschieden werden, welche Versuche gemacht werden und ob ggf. erneute Sperrohre gesetzt werden müssen.

Wenn keine Besonderheiten zutage gefördert werden, könnte in ca. 4 Wochen die vorgesehene Tiefe erreicht werden.

* redaktionelle Ergänzung am 22.o6.2oo9

Aufgrund der schwierigen Gebirgssituation und der zeitaufwendigen Installation zweier Sperrrohre, wird die EKB ca. weitere 4 Wochen andauern.

11

Die Anwohner wünschen eine frühzeitige Information über Bauarbeiten, die im Zusammenhang mit den Hebungen stehen, um mögliche Vorsorgemaßnahmen treffen zu können.

· Die Verwaltung versichert, die Anwohner zu informieren, sofern die Informationen dem Stadtbauamt vorliegen (z. B. bei Fremdfirmen wie badenova...)

12

Besteht Einsturzgefahr, wenn dem Anhydrit der Wasserzutritt entzogen wird?

· Beim Bohren wurden im Bereich von 26 – 32,2o m geologische Fehlstellen im Untergrund angetroffen, theoretisch kann es dabei auch zu Sackungen kommen, muss aber nicht dramatisch sein.

Gebäude, die Keller aus Stahlbeton besitzen, können kleinere Spalten überbrücken.

Eine größere Gefahr würde fließendes Wasser darstellen, da sich durch die Auswaschungen Hohlräume bilden könnten.

 

 

                                                           gefertigt:
Dr. Wilfried Kollnig                              Martina Schlatter

Mediator                                              Leitung Stadtbauamt



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