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Hebungsrisse: Runder Tisch

Protokoll Runder Tisch vom 13.01.2014

 

 

Objekt:                      Hebungen der Altstadt

Thema:                     Fragen der - durch Hebungen - Geschädigten

Datum/Ort:               13.01.2014, 19.00 Uhr, Peter-Huchel-Saal, Stubenhaus

Teilnehmer:             Herr Dr. Kollnig

                                   Frau Tönnies (Stadtbauamt, Schlichtungsstelle)

Verteiler:                  über Homepage der Stadt Staufen

                       

Beginn:                    19.00 Uhr

Fragen/Antworten

1.

Herr Dr. Kollnig begrüßt die Anwesenden.

Herrn Teigeler hatte sich für seine Abwesenheit entschuldigt.

Herr Dr. Kollnig erläuterte, dass er zwischenzeitlich in den Räumen des Stadtbauamts Gesprächstermine -zusammen mit Herrn Dr. Pörtner vom Büro für Baukonstruktionen (BfB)- angeboten hatte. Diese wurden nur von wenigen Personen in Anspruch genommen.

Er hatte diese Gesprächsalternative in Abstimmung mit der Stadt Staufen gewählt, weil es zwischenzeitlich nur wenige Punkte gab, die am „Runden Tisch“ hätten erläutert werden müssen.

2.

Büro für Baukonstruktionen

Seitens des BfB wird gebeten, neu auftretende Risse umgehend zu melden.

3.

Horizontale Verschiebungen

Dieses Thema wurde spät angegangen, so dass hierzu noch keine aussagekräftigen Meßwerte vorliegen. Die horizontalen Verschiebungen sind an manchen Stellen nahezu so groß wie die vertikalen.

Nach Ende der Frostperiode sollen im Frühjahr Messungen zu den vertikalen und den horizontalen Veränderungen erfolgen.

 

4.

Hebungsfigur

Die Hebungszone hat sich verkleinert.

Von mehreren Anwesenden wurde bemängelt, dass die Hebungsfigur in Bezug auf Straßen und Hausnummern anonymisiert sei, so daß die Betroffenen keine klaren Rückschlüsse für ihre Anwesen ziehen können. Herr Dr. Kollnig wird sich über die

Sachlage informieren und das Anliegen weitergeben.

Redaktionelle Anmerkung:

Die Hauseigentümer bekommen im Stadtbauamt Auskunft über die Messdaten der in der unmittelbaren Umgebung ihres Hauses liegenden Höhenpunkte.

5.

Gebäudeversicherung

Ein Anwesender fragt nach, ob es denn noch Sinn mache, für ein geschädigtes Haus eine Gebäudeversicherung zu haben; hier denkt er insbesondere an Wasser- oder Gasleitungsschäden.

Es wird erläutert, dass der Schaden entweder bei der Versicherung oder bei der Schlichtungsstelle geltend gemacht werden kann. Im Regelfall erfolgt bei den Schäden eine Beurteilung durch das BfB, ob sie hebungsbedingt oder auf andere Ursachen zurückzuführen sind. Erforderlichenfalls werden weitere Sachverständige hinzugezogen.

Bei Ablehnung der Übernahme des Schadens durch die Versicherung und durch die Schlichtungsstelle besteht die Möglichkeit eine Schiedsverfahrens.

6.

Zahlung der Handwerkerrechnungen

Auf Nachfrage wird nochmals mitgeteilt, dass in den Schlichtungsverfahren die Adressaten der Rechnungen immer die Hauseigentümer sind.

Wurden mit dem Schlichtungsantrag Angebote eingereicht und ist die Schlichtungsvereinbarung deshalb dahingehend formuliert, dass der Antragsteller die Arbeiten beauftragen kann und die Stadt das Recht hat, die Rechnung zu prüfen und den Rechnungsbetrag dem Handwerker direkt erstattet, muss der Eigentümer nicht in Vorlage treten. In diesem Fall sollte jedoch ein Hinweis erfolgen, dass für die Prüfung und Begleichung der Rechnung ein entsprechender Zeitraum benötigt wird und nicht in wenigen Tagen erfolgen kann.

Hat der Hauseigentümer bzw. Antragsteller eine derartige Schlichtungsvereinbarung nicht vorliegen, ist er -wie bei anderen Handwerkerrechnungen auch- in der Pflicht, diese zu begleichen.

7.

Abwicklung der Schäden

Die Frage, ob die Betroffenen mit der Abwicklung der Schäden zufrieden sind, wird von Herrn Weckesser beantwortet. Herr Weckesser ist Architekt und angestellt im Ingenieurbüro für Bauwesen Thomas Winkler in Staufen. Dieses Büro arbeitet im Auftrag der Stadt Staufen und überwacht die Ausführung der von den Statikern festgelegten Maßnahmen. Ferner ist es in die Schlichtungsverfahren eingebunden.

Soweit Herr Weckesser es beurteilen kann, sind die Betroffenen mit der Abwicklung der Schäden zufrieden.

8.

Verfahren zur endgültigen Sanierung

Eine der Anwesenden berichtet, dass ihr ein Hauseigentümer, der derzeit in seinem Anwesen eine endgültige Sanierung durchführen lässt, ihr erzählt hat, dass er einen Abzug „neu für alt“ hinnehmen müsse. Sie findet dies ungerecht. Bei allen Belastungen, die die Hauseigentümer aufgrund der Risseproblematik haben, fände sie fast schon „ein Schmerzensgeld“ erforderlich.

Herr Dr. Kollnig versucht an Hand eines Schadens an einem alten Auto zu erklären, dass der Geschädigte regelmäßig mit einem Abzug von neu für alt rechnen muß.

9.

Wertminderung geschädigter Häuser

Ein Hauseigentümer, der sein Anwesen kurz vor Beginn der Hebungen komplett saniert und renoviert und zudem die angrenzende historische Scheune ausgebaut hatte, fragt nach, wie es sich mit der Wertminderung der betroffenen Gebäude verhält.

Hierzu wird seitens des Stadtbauamts mitgeteilt, dass einige Häuser in der Hebungszone zu „marktüblichen“ Preisen verkauft wurden.

Die neuen Hauseigentümer „erwerben somit auch die Möglichkeit“, etwaige Schäden bei der Schlichtungsstelle geltend zu machen.

Der vorgenannte Hauseigentümer weist im Anschluss darauf hin, dass er schlussendlich fortan immer ein repariertes Haus haben wird.

10.

Herr Dr. Kollnig schließt den Runden Tisch gegen 20.30 Uhr.

 

                                                                                gefertigt:

Dr. Wilfried Kollnig                                                 Wilma Tönnies

Mediator                                                                  Stadtbauamt

 

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