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Teilabriss des rückwärtigen Rathausgebäudes

Zur Geschichte des Gebäudes:

Das Gebäude war Teil einer Reihe von landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden, die zu verschiedenen Wohnhäusern in der Kirchstraße, am Marktplatz und in der Rathausgasse gehörten. Den linken, noch stehenden Gebäudeteil erwarb die Stadt 1877 und richtete dort den Farrenstall ein. Seit 1963 stand das Gebäude leer, nachdem mit der Einführung der künstlichen Besamung die Farrenhaltung abgeschafft worden war.

Kurze Zeit später konnte die Stadt das dem Farrenstall benachbarte landwirtschaftliche Anwesen von Alfred Stöckle erwerben, der seinen Betrieb in die Großmatten aussiedelte. Während das Wohngebäude des Hofs, das auf dem Gelände des jetzigen Brunnenhäuschens in der Rathausgasse lag, 1972 abgerissen wurde, wurden die landwirtschaftlichen Nebengebäude für die Feuerwehr umgebaut. 1967 erhielt die Scheune zunächst den das Haus prägenden Schlauchtrocknungsturm. Im Zuge einer Rathausrenovierung wurde schließlich das Feuerwehrgerätehaus 1971 vollständig aus dem Rathaus in den alten Farrenstall und die Stöckle'schen Scheunen verlegt. Dabei wurde die Bausubstanz durchgreifend erneuert und überwiegend neu aufgeführt.

Fortan waren im Erdgeschoss die Feuerwehr untergebracht, im 1. Obergeschoss das städtische Bauamt mit Wasserwerkstatt und das Grundbuchamt sowie im 2. Obergeschoss eine Wohnung für den Gerätewart der Feuerwehr. Nach dem Umzug der Feuerwehr in das neue Gerätehaus im "Gaisgraben" (1996) wurden die ehemaligen Feuerwehrräume 1997 für das Stadtarchiv umgebaut.

Wegen der starken Risseschäden musste die Stadtverwaltung das Gebäude 2009 aufgeben; die Wasserwerkstatt ging an die neu gegründeten Stadtwerke MüllheimStaufen über, das Grundbuchamt wurde mit dem Bad Krozinger Grundbuchamt zusammengelegt, für das Bauamt mietete man neue Räumlichkeiten in der Adlergasse und das Stadtarchiv wurde nach Grunern ausgelagert.

Die Rathausgasse selbst besteht übrigens erst seit 1910, als man mit dem Abriss eines landwirtschaftlichen Anwesens (dem Geburtshaus des Staufener Mathematikers Thaddäus Rinderle) einen Durchgang zur Meiergasse schuf. Mit dem Abriss des Stöckle'schen Anwesens 1972 wurde hinter dem Rathaus ein größerer Platz geschaffen, der seitdem als Parkplatz dient.

Text: Jörg Martin, Stadtarchiv Staufen

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