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Der Gewerbekanal: Staufens alte industrielle Lebensader

Teil 3: Hammerschmiede Burger, Albert-Hugard-Straße (Flst.-Nr. 471/1)

Über eine Hammerschmiede, die nur wenig unterhalb der Kapuzinerwalke stand, ist nur wenig bekannt. Sie lässt sich in der schriftlichen Überlieferung des Stadtarchivs erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fassen. 1814 heiratete der aus Gutach stammende Schmied Matthias Burger nach Staufen ein und übernahm dabei offenbar von seinen Schwiegereltern, dem Schmied Christian Selz und der Barbara geb. Stoll, das Hammerwerk ebenso wie die der Familie gehörende große Schmiede am unteren Stadttor (heutiges Haus Bockstahler; Guckes, Familienbuch Staufen, Ehen 1814; Schwiegereltern Burger: Stadtarchiv Staufen, Grundbuch, Bd. 3, S. 120). 1857 vererbte Burger die Schmiede seiner Tochter Therese, die in erster Ehe mit dem Schmied Anton Gutmann und in zweiter Ehe mit dem Schmied Johann Alber verheiratet war (Stadtarchiv Staufen, Grundbuch, Bd. 7, S. 567). Sie übergab das Anwesen ebenso wie die Schmiede in der Hauptstraße 1881 an ihren Sohn aus erster Ehe, Martin Gutmann, der die Hammerschmiede jedoch nur kurze Zeit behielt.

 


Ruinen der ehemaligen Hammerschmiede an der Albert-Hugard-Straße.

 

1887 verkaufte Gutmann das Anwesen an den Fabrikanten Karl Reininghaus, der das Wasserwerk abgehen ließ und damit die ihm weiter unterhalb zur Verfügung stehende Kraft steigerte. In diesem Zuge wurde wohl auch das Gebäude selbst abgerissen. Vermutlich gehen die an der Albert-Hugard-Straße noch zu sehenden Grundmauerruinen auf das Bauwerk zurück, zumal sich im Gewerbekanal auch Reste eines Wasserbaus erkennen lassen. 1906 kaufte die Stadt das Gelände und schlug es dem Stadtwald zu (Stadtarchiv Staufen, Lagerbuch).

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