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Aus der Stadtgeschichte

Bereits im Jahre 770 wurde Staufen das erste Mal urkundlich erwähnt. Die sich markant über die Rheinebene erhebende Burg wurde wahrscheinlich um das Jahr 1100 erbaut- zum Schutz des Silberbergbaus im Münstertal, der die Haupteinnahmequelle der Burgherren bildete.


Rekonstruktion der Burg Staufen, historisierende Ansicht


Inhaber der Burg waren die Herren von Staufen. Sie sind nicht verwandt mit dem Herrschergeschlecht der Staufer. Die im Breisgau alt eingesessene Adelsfamilie kam wahrscheinlich mit Förderung der Herzogsfamilie der Zähringer nach Staufen, um von dort aus das Münstertal und den Schwarzwald zu erschließen.

Nach dem Niedergang des Bergbaus im Münstertal zu Beginn des 14. Jahrhunderts erhoben die Herren von Staufen das Dorf Staufen zur Stadt. Die Stadt wurde planmäßig nördlich des alten Dorfs angelegt. Die Stadtanlage lässt sich bis heute im Bereich der Hauptstraße bis in Einzelheiten wie etwa den Stadtbächle nachvollziehen. Staufen ist damit ein Gesamtdenkmal von hoher historischer Aussagekraft.

Wappen der Stadt Staufen im Ratssaal

Berühmtester Einwohner Staufens war Johann Georg Faust, jener sagenumwobene Alchimist und Magier, der nicht nur durch Goethe in die Weltliteratur einging. Man nimmt an, dass der Burgherr Anton von Staufen Faust als Goldmacher anstellte - eine weitverbreitete Mode an den Adelshöfen der Renaissance. 1539 kam Faust in seinem Zimmer im Gasthaus "Löwen" auf spektakuläre Weise ums Leben, vermutlich bei einer chemischen Explosion.

1602 erlischt das Geschlecht derer von Staufen. Die Stadt fällt an Österreich und gehört damit zu den riesigen Gebieten der Habsburger in Südwestdeutschland, dem sogenannten Vorderösterreich. Wenig später, im Dreißigjährigen Krieg, besetzen schwedische Truppen die Stadt und brennen 1632 die Burg nieder. In den folgenden Jahrhunderten ziehen immer wiedermarodierende und plündernde Soldaten durch die Stadt, die Bevölkerung flieht jeweils in die umliegenden Wälder. 1806 fielen die vorderösterreichischen Gebiete an das neu gegründete Großherzogtum Baden, das 1918 Republik wurde und 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

1848 findet noch einmal ein bedeutsames Gefecht in Staufen statt. Am 24. September stellen hier Regierungstruppen die badische Freischärlerunter Gustav Struve und besiegen sie. Damit ist die zweite Etappe der deutschen Revolution 1848/49 beendet.

Gefecht von Staufen, 24. September 1848


Teile der Altstadt wurden bei einem Bombenangriff französischer Flieger am 8. Februar 1945 zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte jedoch nach den Vorgaben der historischen Stadtplanung, so dass die Zerstörungen nicht ins Auge fallen.

Auch in den folgenden Jahrzehnten hat die Stadt den historischen Baubestand mit großem Engagement bewahrt. Das Land Baden-Württemberg hat dementsprechend die Altstadt von Staufen als Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt. Umso größer ist die Betroffenheit in Staufen über die seit Ende 2007 anhaltenden Bodenhebungen. Staufen steht vor der großen Herausforderung, sein historisches Erscheinungsbild über diese Katastrophe hinwegzuretten.

Weitere Informationen zur Stadtgeschichte erhalten Sie im Artikel der Wikipedia oder beim Stadtarchiv Staufen.

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