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Der historische Faust

Berühmtester Einwohner Staufens war Johann Georg Faust, jener sagenumwobene Alchimist und Magier, der hier vor knapp 500 Jahren starb. Eben jener Doktor Faust der Weltliteratur, der uns seit Goethe als Inbegriff des nach letzter Erkenntnis strebenden Menschen gilt.

Über das Leben des historischen Fausts gibt es nur wenige Zeugnisse und Dokumente, im Ganzen neun. Danach lässt sich in Umrissen ein Mann erkennen, der auf seine Zeitgenossen ungeheuer faszinierend gewirkt haben muss. Nicht nur das einfache Volk schwor auf seine magischen Kräfte und Zaubermittel. Luther oder Melanchthon, geistliche und weltliche Fürsten – auch die Großen seiner Zeit waren gezwungen, sich mit dem vielseitigen „Magister“ auseinander zu setzen. Man konsultierte ihn als Heilkünstler und Hellseher, als Alchemisten und Astrologen, doch gesellschaftsfähig war er nicht.

Man nimmt an, dass der Burgherr Anton von Staufen Faust als Goldmacher anstellte, als der Silberbergbau im nahen Münstertal, die Haupteinnahmequelle der Freiherren, sich dem Ende näherte. Um 1540 kam Faust in seinem Zimmer im Gasthaus "Löwen" auf spektakuläre Weise ums Leben, vermutlich bei einer chemischen Explosion.

Heute kann man an der Fassade des „Löwen“ lesen: „…und es geht die Sage, der obersten Teufel einer, der Mephistophiles den er in seinem Leben nur seinen Schwager genannt, habe ihm, nachdem der Pact von 24 Jahren abgelaufen, das Genick abgebrochen und seine arme Seele der ewigen Verdammnis überantwortet.“ Das Zitat stammt aus der Zimmerischen Chronik, einem der wichtigsten Quellen zum Leben Fausts.

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